Das Pascalsche Dreieck ist ein dreieckiges Zahlenmuster, bei dem jeder innere Eintrag die Summe der beiden Zahlen darüber ist. Wenn man die Spitze als Zeile 00 zählt, liefert Zeile nn die Koeffizienten von (a+b)n(a+b)^n. Deshalb taucht dieses Muster in der Algebra und beim Zählen so häufig auf.

Wenn du die Spitze als Zeile 00 bezeichnest, lauten die ersten Zeilen:

Zeile 00: 11

Zeile 11: 1, 11,\ 1

Zeile 22: 1, 2, 11,\ 2,\ 1

Zeile 33: 1, 3, 3, 11,\ 3,\ 3,\ 1

Zeile 44: 1, 4, 6, 4, 11,\ 4,\ 6,\ 4,\ 1

Diese eine Regel erzeugt ein Muster, das sich leicht von Hand aufbauen lässt und weit über die Zeichnung selbst hinaus nützlich ist.

So baut man das Pascalsche Dreieck auf

Die Regel ist lokal: Jeder innere Eintrag hängt nur von den beiden Einträgen darüber ab. Zum Beispiel entsteht in Zeile 44 die mittlere 66 durch

3+3=63 + 3 = 6

und die danebenstehende 44 durch

1+3=41 + 3 = 4

So kannst du jede neue Zeile aus der vorherigen erzeugen, ohne dir eine eigene Formel merken zu müssen.

Warum das Pascalsche Dreieck zu den Binomialkoeffizienten passt

Das Pascalsche Dreieck ist nicht nur ein visuelles Muster. Wenn die Spitze Zeile 00 ist, dann liefert Zeile nn die Koeffizienten von (a+b)n(a+b)^n.

Dieselbe Zeile kann auch mit Kombinationen geschrieben werden:

(n0), (n1), (n2), , (nn)\binom{n}{0},\ \binom{n}{1},\ \binom{n}{2},\ \dots,\ \binom{n}{n}

Dabei bedeutet (nk)\binom{n}{k} „die Anzahl der Möglichkeiten, kk Objekte aus nn Objekten auszuwählen“. Deshalb verbindet das Dreieck Algebra und Abzählprobleme.

Zum Beispiel ist Zeile 44

1, 4, 6, 4, 11,\ 4,\ 6,\ 4,\ 1

also gilt

(a+b)4=a4+4a3b+6a2b2+4ab3+b4(a+b)^4 = a^4 + 4a^3b + 6a^2b^2 + 4ab^3 + b^4

Das ist der wichtigste Grund, warum viele Schülerinnen und Schüler dem Pascalschen Dreieck beim Lernen des binomischen Lehrsatzes begegnen.

Beispiel: (x+y)5(x+y)^5 entwickeln

Verwende das Pascalsche Dreieck, um

(x+y)5(x+y)^5

zu entwickeln.

Wenn die Spitze Zeile 00 ist, dann ist Zeile 55

1, 5, 10, 10, 5, 11,\ 5,\ 10,\ 10,\ 5,\ 1

Ordne diese Koeffizienten nun den fallenden Potenzen von xx und den steigenden Potenzen von yy zu:

(x+y)5=x5+5x4y+10x3y2+10x2y3+5xy4+y5(x+y)^5 = x^5 + 5x^4y + 10x^3y^2 + 10x^2y^3 + 5xy^4 + y^5

Dieses Beispiel zeigt die zentrale Idee: Das Pascalsche Dreieck liefert die Koeffizienten, aber du musst die Potenzen trotzdem in der richtigen Reihenfolge einsetzen. Der Exponent von xx beginnt bei 55 und sinkt bis 00, während der Exponent von yy bei 00 beginnt und bis 55 steigt.

Wichtige Eigenschaften, die man sich merken sollte

Eine wichtige Eigenschaft ist die Symmetrie. In Zeile 55 lesen sich die Zahlen von links nach rechts gleich:

1, 5, 10, 10, 5, 11,\ 5,\ 10,\ 10,\ 5,\ 1

Eine weitere nützliche Eigenschaft ist die Zeilensumme. Wenn die Spitze Zeile 00 ist, dann addieren sich die Einträge in Zeile nn zu 2n2^n. Für Zeile 55 gilt:

1+5+10+10+5+1=32=251+5+10+10+5+1 = 32 = 2^5

Dieses Muster ist hilfreich für schnelle Kontrollen. Wenn sich deine Zeile 55 nicht zu 3232 addiert, ist irgendwo ein Fehler passiert.

Häufige Fehler beim Pascalschen Dreieck

Ein häufiger Fehler ist, die Zeilennummer zu verwechseln. Wenn eine Quelle die Zeilen bei 11 statt bei 00 zu zählen beginnt, wird die Koeffizientenzeile für (a+b)n(a+b)^n anders bezeichnet.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, das Dreieck liefere die vollständige Entwicklung ganz von selbst. Es liefert die Koeffizienten, aber die Potenzen musst du trotzdem korrekt aufschreiben.

Ein dritter Fehler ist, Einträge zu addieren, die nicht direkt über der Zielposition stehen. Jede innere Zahl entsteht genau aus zwei Nachbarn in der Zeile darüber.

Wofür das Pascalsche Dreieck verwendet wird

Das Pascalsche Dreieck wird verwendet, um Binome zu entwickeln, Binomialkoeffizienten abzulesen, Kombinationen zu zählen und einfache Wahrscheinlichkeitsmuster zu erkennen. Im Schulunterricht erscheint es oft vor oder zusammen mit dem binomischen Lehrsatz.

Es ist auch als schnelle Kontrolle nützlich. Wenn du (a+b)n(a+b)^n bereits auf eine andere Weise entwickelt hast, sollten die Koeffizienten zur entsprechenden Zeile des Dreiecks passen.

Probiere eine ähnliche Aufgabe

Bilde Zeile 66 aus Zeile 55 und verwende sie dann, um (m+n)6(m+n)^6 zu entwickeln. Das ist eine gute Übung für beide Teile der Idee: die Koeffizienten erzeugen und die Potenzen richtig einsetzen.

Brauchst du Hilfe bei einer Aufgabe?

Lade deine Frage hoch und erhalte in Sekunden eine verifizierte Schritt-für-Schritt-Lösung.

GPAI Solver öffnen →