Wenn man die Faktorisierung (ausklammern) in einem Satz beschreiben müsste, wäre es: „Zuerst gemeinsame Faktoren ausklammern“, „eine passende Aufteilung für die Form des Ausdrucks finden“ und „am Ende durch Ausmultiplizieren prüfen“. Besonders bei quadratischen Ausdrücken dreht sich alles darum, zwei Zahlen zu finden, deren Produkt und Summe gleichzeitig passen.
Wenn wir zum Beispiel haben, suchen wir zwei Ausdrücke, deren Produkt beim Ausmultiplizieren wieder den ursprünglichen Term ergibt:
Das ist das Prinzip der Faktorisierung.
Was ist Faktorisierung?
Faktorisierung bedeutet, einen Ausdruck, der als Summe geschrieben ist, in eine Produktform (Multiplikation) umzuwandeln. Wenn das Ausmultiplizieren das „Ausweiten einer Multiplikation“ ist, dann ist die Faktorisierung genau das Gegenteil.
In dieser Form lassen sich Gleichungen leichter lösen und die Struktur eines Ausdrucks wird sichtbarer. Allerdings ist es nicht immer so, dass man jeden Ausdruck einfach nur mit ganzen Zahlen faktorisieren kann.
Worauf man zuerst achten sollte
Das Erste, was du prüfen solltest, sind Faktoren, die in allen Termen vorkommen (gemeinsame Faktoren). Wenn man diesen Schritt überspringt, ist die spätere Struktur oft schwerer zu erkennen.
Zum Beispiel:
Da in beiden Termen vorkommt, schreiben wir:
Damit ist der Ausdruck bereits ausreichend faktorisiert.
Grundvorgehen bei quadratischen Ausdrücken
Bei einem Ausdruck der Form suchen wir zwei Zahlen, die gleichzeitig folgende Bedingungen erfüllen:
- Das Produkt muss ergeben.
- Die Summe muss ergeben.
Diese Methode ist besonders einfach anzuwenden, wenn der Koeffizient von gleich ist.
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Beispiel: Faktorisierung von
Hier suchen wir zwei Zahlen, deren Produkt und deren Summe ist.
Da die Zahlen und diese Bedingungen erfüllen, erhalten wir:
Zur Überprüfung multiplizieren wir die Klammern wieder aus:
Wir erhalten wieder den ursprünglichen Ausdruck. Die Faktorisierung ist also korrekt.
Häufige Fehler
- Gemeinsame Faktoren übersehen: Bei ist es zum Beispiel natürlicher, zuerst auszuklammern, um zu erhalten.
- Nur auf das Produkt achten: Oft wählt man Zahlen, deren Produkt zwar stimmt, deren Summe aber nicht. Bei quadratischen Ausdrücken müssen beide Bedingungen erfüllt sein.
- Vorzeichenfehler: Besonders wenn negativ ist, muss man zwei Zahlen mit unterschiedlichen Vorzeichen in Betracht ziehen.
- Die Gegenprobe vergessen: Wenn man am Ende kurz ausmultipliziert, bemerkt man die meisten Fehler sofort.
Wann wird das angewendet?
Die Faktorisierung wird häufig beim Lösen quadratischer Gleichungen, beim Vereinfachen von Termen oder beim Bestimmen von Schnittpunkten von Graphen verwendet. Besonders bei der Form lassen sich die Lösungen viel leichter ablesen, wenn man faktorisieren kann.
Allerdings lassen sich nicht alle Ausdrücke sofort faktorisieren. Es gibt Terme, die mit ganzen Zahlen schwer aufzuteilen sind; in solchen Fällen weicht man auf die quadratische Ergänzung oder die Mitternachtsformel (abc-Formel) aus.
Dein nächster Schritt
Versuche nun, selbst zu faktorisieren. Suche zwei Zahlen, deren Produkt und deren Summe ist, und prüfe das Ergebnis am Ende durch Ausmultiplizieren.
Um sicherzugehen, dass dein Rechenweg stimmt, empfiehlt es sich, nach der manuellen Prüfung die Aufgabe noch einmal mit einem anderen Lösungsansatz zu versuchen. Das festigt das Verständnis erheblich.
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