Blutgruppen werden vererbt, und die meisten Schulaufgaben zur Genetik beginnen mit dem ABO-System. In diesem Modell erbst du von jedem Elternteil ein ABO-Allel, und dieses Paar hilft zu bestimmen, ob deine Blutgruppe AA, BB, ABAB oder OO ist.

Die zentrale Idee ist, dass die ABO-Vererbung keinem einfachen dominant-rezessiven Muster mit nur einem dominanten und einem rezessiven Allel folgt. Die Allele AA und BB können beide gleichzeitig ausgeprägt werden, weshalb es die Blutgruppe ABAB gibt.

So funktioniert die Vererbung der ABO-Blutgruppen

Das ABO-System wird meist mit drei Allelen beschrieben:

  • IAI^A
  • IBI^B
  • ii

Im üblichen Schulmodell gilt:

  • IAI^A erzeugt das A-Merkmal
  • IBI^B erzeugt das B-Merkmal
  • ii erzeugt weder ein A- noch ein B-Merkmal

Die wichtige Beziehung ist:

  • IAI^A und IBI^B sind zueinander kodominant
  • ii ist gegenüber IAI^A und IBI^B rezessiv

Daraus ergeben sich diese Genotyp-Phänotyp-Muster:

  • Blutgruppe AA: IAIAI^A I^A oder IAiI^A i
  • Blutgruppe BB: IBIBI^B I^B oder IBiI^B i
  • Blutgruppe ABAB: IAIBI^A I^B
  • Blutgruppe OO: iiii

Wenn du dir nur einen Hinweis merkst, dann merke dir Blutgruppe ABAB. Sie zeigt dir, dass sowohl IAI^A als auch IBI^B bei derselben Person sichtbar sein können.

Warum Blutgruppe AB wichtig ist

Wenn Blutgruppen einem einfachen dominant-rezessiven Muster folgen würden, würde man nicht erwarten, dass eine Person gleichzeitig A- und B-Merkmale zeigt. Blutgruppe ABAB gibt es, weil sowohl IAI^A als auch IBI^B zusammen ausgeprägt werden können.

Deshalb ist die Blutgruppen-Genetik ein Standardbeispiel für Kodominanz. Kodominanz bedeutet, dass unter dieser Bedingung beide Allele den Phänotyp beeinflussen.

Beispiel für ein Punnett-Quadrat bei Blutgruppen

Angenommen, ein Elternteil hat den Genotyp IAiI^A i und der andere den Genotyp IBiI^B i. Im Alltag nennen viele diese Kombinationen kurz „AO“ und „BO“, aber die Allel-Schreibweise macht die Genetik klarer.

Jeder Elternteil kann eines von zwei Allelen weitergeben:

  • Der Elternteil mit IAiI^A i kann IAI^A oder ii weitergeben
  • Der Elternteil mit IBiI^B i kann IBI^B oder ii weitergeben

Das Punnett-Quadrat ist:

IBI^B ii
IAI^A IAIBI^A I^B IAiI^A i
ii IBiI^B i iiii

Die möglichen Blutgruppen sind also:

  • ABAB
  • AA
  • BB
  • OO

Wenn in diesem einfachen Modell jeder Genotyp gleich wahrscheinlich ist, hat jedes Ergebnis die Wahrscheinlichkeit 14\frac{1}{4}.

An dieses Beispiel erinnern sich viele Schüler, weil es etwas zeigt, das zunächst überraschend wirkt: Zwei Elternteile, die nicht Blutgruppe OO haben, können trotzdem ein Kind mit Blutgruppe OO bekommen, aber nur dann, wenn beide ein ii-Allel tragen.

Wo der Rh-Faktor hineinpasst

Wenn Menschen von „Blutgruppe“ sprechen, meinen sie oft ABO plus Rh, also zum Beispiel A+A+ oder OO-.

In der Einführung in die Genetik wird Rh oft zu einem Vererbungsmodell „positiv gegen negativ“ vereinfacht, das hauptsächlich mit dem D-Antigen zusammenhängt. In diesem vereinfachten Modell wird Rh-positiv als dominant gegenüber Rh-negativ behandelt. Das funktioniert für viele Einstiegsaufgaben, aber das vollständige Rhesus-Blutgruppensystem ist komplexer als ein Kreuzungsschema mit nur einem Gen aus dem Unterricht.

Wenn eine Aufgabe also nach der Genetik von Blutgruppen fragt, prüfe, welches System gemeint ist:

  • nur ABO
  • nur Rh
  • ABO und Rh zusammen

Mische diese Systeme nicht, wenn die Aufgabe sie nicht ausdrücklich kombiniert.

Häufige Fehler bei der Blutgruppen-Genetik

Zu denken, A und B seien einander gegenüber dominant

Das sind sie nicht. Im grundlegenden ABO-Modell sind IAI^A und IBI^B kodominant. Wenn eine Person beide erbt, ist der Phänotyp Blutgruppe ABAB.

Anzunehmen, Blutgruppe O bedeute, dass „keine Genetik beteiligt ist“

Blutgruppe OO hängt trotzdem von Vererbung ab. Im ABO-Schulmodell erscheint Blutgruppe OO, wenn eine Person von beiden Elternteilen ii erbt und den Genotyp iiii hat.

Zu vergessen, dass der Phänotyp nicht jeden Genotyp verrät

Eine Person mit Blutgruppe AA kann IAIAI^A I^A oder IAiI^A i sein. Eine Person mit Blutgruppe BB kann IBIBI^B I^B oder IBiI^B i sein. Aus der Blutgruppe allein kann man den genauen Genotyp nicht immer ableiten.

Reale Blutgruppenbestimmung als reines Ein-Gen-Problem zu behandeln

Die ABO-Vererbung ist ein starkes Lehrmodell, aber die reale Transfusionsmedizin ist umfassender. Rh ist wichtig, und es gibt auch weitere Blutgruppensysteme.

Wann Blutgruppen-Genetik verwendet wird

Blutgruppen-Genetik kommt in der Einführung in die Genetik, bei Vererbungsaufgaben, in den Grundlagen der Transfusion und bei Aufgaben zur Abstammungslogik vor. Sie erinnert auch praktisch daran, dass nicht jedes Merkmal in das einfachste dominant-rezessive Muster passt.

Besonders nützlich wird sie, wenn du vollständige Dominanz, Kodominanz und Merkmale vergleichst, für die mehr als eine vereinfachte Schulregel nötig ist.

Probiere einen ähnlichen Fall aus

Versuche deine eigene Variante mit einem Elternteil IAIBI^A I^B und dem anderen Elternteil iiii. Liste zuerst die möglichen Gameten auf und sage dann die möglichen Blutgruppen voraus, bevor du dich mit einem Punnett-Quadrat überprüfst. Wenn du ein anderes Vererbungsmodell zum Vergleich möchtest, schau dir Mendelsche Genetik an.

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