Eine lineare Gleichung (Gleichung 1. Grades) ist eine Gleichung, in der die Unbekannte nur in der ersten Potenz vorkommt. Die gängigste Form ist

ax+b=0ax + b = 0

unter der Bedingung a0a \ne 0. In diesem Fall ist das Ziel, den Wert von xx zu finden, der die Gleichung wahr macht.

In der Praxis bedeutet das Lösen dieser Art von Gleichung, die Operationen, die mit xx durchgeführt wurden, "rückgängig zu machen", bis die Unbekannte alleine steht. Dabei hältst du das Gleichgewicht der Gleichung aufrecht: Alles, was auf der einen Seite passiert, muss auch auf der anderen Seite passieren.

Was macht eine Gleichung "linear"?

Der entscheidende Punkt ist nicht einfach nur, dass ein Buchstabe vorkommt. Der entscheidende Punkt ist, dass die Unbekannte den Exponenten 11 hat.

Zum Beispiel sind dies lineare Gleichungen:

  • 3x+4=193x + 4 = 19
  • 72x=17 - 2x = 1
  • x5+6=10\frac{x}{5} + 6 = 10

Im Gegensatz dazu ist x2+3=12x^2 + 3 = 12 keine lineare Gleichung, da die Unbekannte im Quadrat steht.

Die hilfreichste Intuition

Stell dir die Gleichung wie eine Waage im Gleichgewicht vor. Wenn du 55 von einer Seite subtrahierst, musst du 55 von der anderen Seite subtrahieren. Wenn du eine Seite durch 33 dividierst, musst du auch die andere Seite durch 33 dividieren.

Diese Vorstellung vermeidet die meisten Fehler. Das Lösen einer Gleichung ist kein "magisches Verschieben" von Termen. Es ist die Anwendung äquivalenter Operationen auf beiden Seiten, bis eine einfache Form erreicht ist.

Gelöstes Beispiel

Löse:

3x+5=173x + 5 = 17

Subtrahiere zuerst 55 von beiden Seiten:

3x=123x = 12

Dividiere nun beide Seiten durch 33:

x=4x = 4

Um das Ergebnis zu prüfen, setze x=4x = 4 in die ursprüngliche Gleichung ein:

3(4)+5=12+5=173(4) + 5 = 12 + 5 = 17

Da die Gleichung wahr ist, ist die Lösung korrekt.

Direkte Lösungsform

Wenn die Gleichung bereits in der Form

ax+b=0ax + b = 0

mit a0a \ne 0 vorliegt, können wir xx isolieren:

ax=bax = -b

x=bax = -\frac{b}{a}

Diese Formel funktioniert nur, wenn die Gleichung tatsächlich linear ist, das heißt, wenn a0a \ne 0.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist es, das Vorzeichen zu ändern, ohne über die durchgeführte Operation nachzudenken. Anstatt auswendig zu lernen, dass eine Zahl "auf die andere Seite springt und das Vorzeichen wechselt", ist es sicherer zu sagen: Ich addiere oder subtrahiere den gleichen Wert auf beiden Seiten.

Ein weiterer Fehler ist es, zu vergessen, alle Terme korrekt zu dividieren. Wenn 3x=123x = 12, dann x=4x = 4, nicht x=9x = 9 oder x=123x = 12 - 3.

Achte auch auf die Bedingung a0a \ne 0. Wenn in ax+b=0ax + b = 0 der Wert a=0a = 0 steht, ist die Gleichung nicht mehr linear. Dann ändert sich die Art des Problems.

Wo kommt das vor?

Lineare Gleichungen tauchen in einfachen Problemen zu Preisen, Alter, Entfernung, Einheitenumrechnungen und Mengenvergleichen auf. Immer wenn eine lineare Beziehung zwischen einer Unbekannten und bekannten Zahlen besteht, wird dieses Modell verwendet.

Sie bilden zudem die Grundlage für viele folgende Themen der Algebra, da sie das Verständnis von Äquivalenz und das Isolieren von Variablen trainieren.

Probiere es selbst aus

Löse 5x8=225x - 8 = 22 und überprüfe anschließend das Ergebnis, indem du es in die Ausgangsgleichung einsetzt. Wenn du einen Schritt weiter gehen willst, erstelle selbst eine Gleichung vom Typ ax+b=0ax + b = 0 und versuche, die Lösung vorherzusagen, bevor du sie ausrechnest.

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