Eine quadratische Gleichung ist eine Gleichung zweiten Grades. Nach dem Umformen hat sie die Form
mit . Du erkennst sie also daran, dass die höchste Potenz der Variablen ist. Eine allgemeine Methode zum Lösen ist die Lösungsformel:
Sie liefert über den reellen Zahlen genau dann reelle Lösungen, wenn der Ausdruck unter der Wurzel, also , nicht negativ ist.
Quadratische Gleichung erkennen
Der schnellste Check ist der höchste Exponent. Wenn nach dem Umformen die höchste Potenz ist, liegt eine quadratische Gleichung vor.
Zum Beispiel ist
quadratisch. Dagegen ist linear, weil dort nur und nicht vorkommt.
Wichtig ist die Normalform. Aus
wird zum Beispiel
Erst dann kannst du , und sauber ablesen.
Die Lösungsformel richtig lesen
Für eine quadratische Gleichung in der Form mit gilt:
Die Formel ist vor allem dann praktisch, wenn sich die Gleichung nicht sofort faktorisiert. Sie funktioniert allgemein, solange die Gleichung vorher korrekt in die Form gebracht wurde.
Der Ausdruck
heißt Diskriminante. Er entscheidet über die Anzahl reeller Lösungen:
- Wenn , gibt es zwei verschiedene reelle Lösungen.
- Wenn , gibt es eine doppelte reelle Lösung.
- Wenn , gibt es keine reelle Lösung.
Beispiel: lösen
Löse die Gleichung
Sie steht schon in Normalform. Daher liest du direkt ab:
Jetzt setzt du in die Lösungsformel ein:
Vereinfache Schritt für Schritt:
Jetzt rechnest du beide Fälle aus:
Also sind die Lösungen und .
Die Probe ist kurz: Für gilt . Für ergibt sich ebenfalls . Beide Werte passen also.
Mitternachtsformel oder pq-Formel?
Beide Formeln dienen zum Lösen quadratischer Gleichungen, aber sie starten nicht von derselben Form.
Die Mitternachtsformel ist die allgemeine Lösungsformel für
also
Die pq-Formel nutzt du für normierte Gleichungen der Form
Dann gilt
Die Bedingung ist wichtig: Du kannst die pq-Formel nur direkt verwenden, wenn der Faktor vor bereits ist oder die Gleichung vorher entsprechend normiert wurde.
Typische Fehler beim Lösen
Vorzeichen falsch ablesen
Ein sehr häufiger Fehler ist, bei oder das Vorzeichen zu verlieren. In der Gleichung ist also und nicht .
Nicht erst in Normalform umformen
Die Lösungsformel setzt die Form voraus. Wenn auf der rechten Seite noch Terme stehen, stimmen die Koeffizienten sonst nicht.
Nur eine Lösung angeben
Das in der Formel bedeutet meistens zwei Fälle. Wer nur den Plus- oder nur den Minus-Fall rechnet, verliert oft eine Lösung.
Diskriminante falsch deuten
Wenn , gibt es über den reellen Zahlen keine Lösung. Das heißt nicht, dass die Rechnung kaputt ist, sondern nur, dass die Gleichung in keine Nullstelle hat.
Wann quadratische Gleichungen vorkommen
Quadratische Gleichungen tauchen in der Algebra, bei Nullstellen quadratischer Funktionen und in vielen Anwendungsaufgaben auf. Typische Beispiele sind Flächenprobleme, Wurfparabeln oder einfache Optimierungsaufgaben.
Die Voraussetzung ist immer dieselbe: Das Modell muss tatsächlich auf einen quadratischen Zusammenhang führen. Nur dann ist eine quadratische Gleichung das passende Werkzeug.
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Prüfe zuerst, ob du faktorisieren kannst. Löse die Aufgabe danach trotzdem noch einmal mit der Lösungsformel und vergleiche beide Wege. So merkst du schnell, wann welche Methode am praktischsten ist.
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